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Was ist das?Wann nutzt man es?Schritt-für-SchrittPraxisbeispieleHäufige FehlerTipps & TricksZusammenfassungFAQNächste Schritte

CAGR & Zielrendite verstehen und sauber nutzen

Vergleiche Investments fair über unterschiedliche Zeiträume – und berechne, welche Rendite du brauchst, um von Startwert zu Zielwert zu kommen (ohne Cashflows).

Zum CAGR-Rechner

Was ist CAGR?

CAGR ist die „geglättete“ jährliche Wachstumsrate zwischen Start- und Endwert.

CAGR (Compound Annual Growth Rate) ist der geometrische Durchschnitt einer Rendite über mehrere Jahre. Du kannst damit z.B. die Performance von zwei Investments vergleichen – auch wenn die Zeiträume unterschiedlich sind.
Kernidee
  • •CAGR beantwortet: „Welche konstante Jahresrendite hätte mich von Start zu Ende gebracht?“ – egal, wie volatil es dazwischen war.
  • •Gleichzeitig kannst du das umdrehen: Welche Rendite brauche ich, um ein Ziel zu erreichen (Zielrendite)?
Warum ist das wichtig?
  • ✓Vergleiche werden fair: unterschiedliche Zeiträume sind kein Problem.
  • ✓Du entkoppelst Rendite von „guten Jahren“: CAGR glättet Volatilität.
  • ✓Zielsetzung wird messbar: benötigte Rendite statt Bauchgefühl.
Die Berechnung (vereinfacht)
CAGR nutzt den geometrischen Durchschnitt (Zinseszins-Effekt). Für Zielrendite ist es die gleiche Formel – nur nach „r“ umgestellt.
CAGR:
CAGR = (Endwert / Startwert)1 / Jahre − 1
Zielrendite (benötigte Rendite):
r = (Zielwert / Startwert)1 / Jahre − 1
„Faktor“ (Wachstumsmultiplikator):
Faktor = Endwert / Startwert
Legende

• Startwert = Wert am Anfang

• Endwert/Zielwert = Wert am Ende / gewünschter Wert

• Jahre = Zeitraum in Jahren

• r = jährliche Rendite (als Dezimalzahl)

Wann nutzt man CAGR?

CAGR ist top – solange du keine Ein-/Auszahlungen im Zeitraum hast.

Geeignet für
  • ✓Buy & Hold ohne Cashflows (einmal rein, einmal raus)
  • ✓Vergleich von Investments über unterschiedliche Zeiträume
  • ✓Unternehmensanalyse: Umsatz-/Gewinn-/Cashflow-Wachstum
  • ✓Performance-Vergleich von Fonds/Strategien (wenn sauber abgegrenzt)
  • ✓Zielrendite: „Welche Rendite brauche ich für Ziel X?“
Nicht geeignet für
  • ✗Sparpläne/regelmäßige Einzahlungen (dafür: Zinseszins-/Sparplan-Tool)
  • ✗Portfolios mit Ein-/Auszahlungen (dafür: IRR/XIRR)
  • ✗Kurzfristige Trades (Tage/Wochen – Statistik ist dann sinnlos)
  • ✗Zukunftsprognosen (CAGR ist historisch, kein Versprechen)
  • ✗„Risiko ignorieren“: gleiche CAGR kann komplett anderes Risiko bedeuten

Schritt-für-Schritt Anleitung

So nutzt du den CAGR-Rechner sauber – inklusive Zielrendite.

1

Modus wählen

Entscheide: CAGR berechnen (Start→Ende) oder benötigte Rendite (Start→Ziel).

2

Start-/Endwert sauber definieren

Nimm vergleichbare Werte: gleiche Währung, gleicher Stichtag, keine Zwischenzahlungen. Sonst ist CAGR verfälscht.

3

Zeitraum in Jahren festlegen

Je länger, desto aussagekräftiger. 1–2 Jahre sind oft Rauschen. 5+ Jahre sind meist brauchbar.

4

Berechnen + Faktor checken

Neben CAGR ist der Multiplikator (Faktor) wichtig: 1,9× fühlt sich anders an als 1,2×, auch wenn die Jahre variieren.

5

Ergebnis einordnen

Vergleiche mit Benchmarks (Index, Peers) und beachte Risiko: Volatilität/Drawdowns sind nicht in CAGR enthalten.

6

Bei Zielen: Realitätstest machen

Wenn die Zielrendite 15%+ verlangt, ist das meistens zu ambitioniert. Dann Ziel, Zeit oder Sparrate anpassen.

Praxisbeispiele

Drei typische Anwendungen: Vergleich, Zielrendite, Unternehmenswachstum.

Beispiel 1: Zwei Investments vergleichen
Unterschiedliche Zeiträume → trotzdem fair vergleichbar
Situation: Du willst wissen, welches Investment pro Jahr besser war.
Investment A (ETF)
  • • Start: 10.000€
  • • Ende: 18.000€
  • • Zeitraum: 8 Jahre
  • • CAGR: ~7,18% p.a.
Investment B (Aktie)
  • • Start: 5.000€
  • • Ende: 12.000€
  • • Zeitraum: 5 Jahre
  • • CAGR: ~19,11% p.a.
Interpretation: B war renditestärker – aber check das Risiko (Drawdown/Volatilität). CAGR allein sagt nichts über „schlaf ruhig“ aus.
Beispiel 2: Zielrendite berechnen
Start + Ziel + Jahre → benötigte Rendite
Situation: Du hast 100.000€ und willst in 20 Jahren 500.000€.
Eingaben
  • • Modus: Nötige Rendite
  • • Start: 100.000€
  • • Ziel: 500.000€
  • • Dauer: 20 Jahre
Ergebnis (Beispiel)
  • • Benötigt: ~8,38% p.a.
Interpretation: Wenn deine Zielrendite hoch ausfällt, ist das kein „Motivationswert“, sondern ein Warnsignal: Ziel/Zeithorizont/Sparrate neu denken.

Häufige Fehler vermeiden

Das sind die Klassiker, die deine CAGR komplett unbrauchbar machen.

CAGR trotz Ein-/Auszahlungen verwenden
Fehler

CAGR auf Sparpläne oder Depots mit regelmäßigen Einzahlungen zu rechnen ist falsch – Start/Ende sind dann nicht vergleichbar.

✓ Besser

Bei Cashflows nutze IRR/XIRR oder ein Sparplan-/Zinseszins-Tool.

CAGR als Zukunftsprognose missbrauchen
Fehler

„15% CAGR in der Vergangenheit = 15% in Zukunft“ ist ein Denkfehler. Märkte ändern sich.

✓ Besser

Nutze CAGR als Referenz/Benchmark, nicht als Garantie. Ziele immer konservativer ansetzen.

Volatilität wegignorieren
Fehler

Zwei Investments mit 10% CAGR können völlig unterschiedliches Risiko haben (Drawdowns).

✓ Besser

CAGR immer zusammen mit Risiko-Metriken lesen (Drawdown, Volatilität, Sharpe).

Cherry-Picking beim Zeitraum
Fehler

Nur den besten Zeitraum auswählen macht jede Performance „gut“ – ist aber Selbstbetrug.

✓ Besser

Mehrere Zeiträume und Startpunkte prüfen (z.B. 5/10/20 Jahre), um ein realistisches Bild zu bekommen.

Tipps & Tricks

Vier pragmatische Dinge, die dir in der Praxis wirklich helfen.

Rule of 72 als Schnellcheck

Verdopplungszeit grob: 72 ÷ Rendite% ≈ Jahre. Beispiel: 8% → ~9 Jahre. Für genaue Werte: Tool nutzen.

Realistische Benchmarks nutzen

Wenn du dauerhaft 15%+ brauchst, ist das meistens zu ambitioniert. Ziele lieber konservativ, sonst planst du an der Realität vorbei.

Mehrere Zeiträume rechnen

5/10/20 Jahre vergleichen. Ein einzelner Zeitraum kann Zufall sein. Konsistenz schlägt Momentaufnahme.

Risk-adjusted denken

Höhere CAGR ist nicht automatisch besser. Wenn das Ding regelmäßig −50% Drawdowns macht, zahlst du Rendite mit Stress.

Zusammenfassung

Wenn du dir nur eine Sache merkst: CAGR ist Vergleich – nicht Magie.

✓

CAGR glättet: Eine Zahl für Wachstum/Rendite über Jahre – trotz Schwankungen.

✓

Nur ohne Cashflows: Bei Ein-/Auszahlungen ist CAGR die falsche Kennzahl.

✓

Zielrendite ist ein Reality-Check: Hohe nötige Rendite = Ziel/Plan stimmt nicht.

✓

Risiko mitdenken: CAGR sagt nichts über Drawdowns – das musst du extra prüfen.

Zum CAGR-Rechner

FAQ

Kurz und direkt.

Was ist der Unterschied zwischen CAGR und durchschnittlicher Rendite?

CAGR ist geometrisch (mit Zinseszins), der einfache Durchschnitt ist arithmetisch. Für mehrjährige Entwicklungen ist CAGR fast immer sinnvoller.

Kann CAGR negativ sein?

Ja. Wenn der Endwert unter dem Startwert liegt, ist CAGR negativ – das ist dann der durchschnittliche Wertverlust pro Jahr.

Wie unterscheidet sich CAGR von IRR?

CAGR nutzt nur Start- und Endwert. IRR/XIRR berücksichtigt alle Ein-/Auszahlungen und Zeitpunkte. Wenn Cashflows drin sind, nimm IRR.

Welche CAGR ist „gut“?

Kommt auf Risiko und Zeitraum an. Langfristig sind hohe einstellige Werte solide. Alles deutlich über 15% dauerhaft solltest du kritisch hinterfragen.

Nächste Schritte

Wenn du weiter machen willst: hier sind sinnvolle Anschluss-Tools.

CAGR berechnen

Rendite/Wachstum über Zeit sauber vergleichen.

Zum Tool →
Zinseszins-Rechner

Für Sparpläne und regelmäßige Einzahlungen.

Zum Tool →
Beispiel 3: Unternehmenswachstum analysieren
Umsatz/Gewinn/Cashflow über Jahre → Wachstumsrate
Situation: Du willst Wachstum objektiv vergleichen (z.B. gegen Peers).
Eingaben (Beispiel)
  • • Umsatz 2018: 110 Mrd
  • • Umsatz 2023: 211 Mrd
  • • Zeitraum: 5 Jahre
Ergebnis (Beispiel)
  • • Umsatz-CAGR: ~13,96% p.a.
Interpretation: Starkes Wachstum ist gut – aber Qualität zählt: Marge, Cash Conversion und Reinvestitionsbedarf entscheiden, ob Wachstum wertvoll ist.